Die Sachsenland Transport & Logistik GmbH Dresden hat ein Stück deutscher Automobilgeschichte zurück nach Deutschland geholt. Eine Spezial-Schwerlastzugmaschine des Herstellers Faun, gebaut im Jahr 1979, wurde aus dem zentralrussischen Jekaterinburg über 4.000 Kilometer weit nach Freital bei Dresden transportiert. Aufgrund seiner Überbreite konnte der Oldtimer nicht selbst fahren, sondern legte die Wegstrecke in neun Tagen auf einem 5-Achs-Semitrailer zurück. Auftraggeber war ein Liebhaber historischer Fahrzeuge.

Am 13.07.2018 erhielten wir über einen Partner eine interessante Anfrage. Ein „Faun-Liebhaber“ hatte in Jekaterinburg eine Faun-Schwerlastzugmaschine vom Typ HZ 46.40/49, Baujahr 1979 ausfindig gemacht und plante diese zu erwerben und nach Deutschland zu importieren.

Von diesem Fahrzeugtyp wurden lediglich 5 Stück gebaut und nach Angaben von Faun befand sich keines dieser Fahrzeuge aktuell in Deutschland. Zu Zeiten des Kalten Krieges verfügte Russland selbst über schwere LKW-Technik. Dennoch vertraute man damals für schwierige und schwerste Transporte auf die deutsche Technik. So konnte die Firma Faun über 250 Schwerlastzugmaschinen verschiedener Typen in die damalige Sowjetunion exportieren.

Eine Überführung per eigene Achse wurde ins Auge gefasst, jedoch aufgrund der langen Transportstrecke und der Überbreite des Fahrzeuges von 2,75 m (gesetzlich erlaubt in Deutschland sind 2,55 m) schnell wieder verworfen.

Ab hier kam dann die Firma Sachsenland Transport & Logistik GmbH Dresden ins Spiel.
Die Aufgabenstellung war klar definiert: „Bringt mir das Fahrzeug nach Deutschland und kümmert euch um alles!“ Diese Aufgabe umfasste nicht nur den reinen Transport inkl. aller Genehmigungen aufgrund der Fahrzeugabmessungen, sondern auch die Erledigung sämtlicher Zollformalitäten in Russland und Deutschland. Der Verkäufer in Russland wollte mit den gesamten Formalitäten nichts zu tun haben und der Käufer als Privatperson vertraute in diesen Dingen lieber auf die fachliche Expertise.

Zwei bis drei Telefonate später, und der Plan zur Überführung konnte dem Käufer präsentiert werden. Für unsere erfahrenen Osteuropaexperten war dies alles kein Problem, schon allein der Tatsache geschuldet, dass mit allen Beteiligten Russisch gesprochen werden konnte und so Missverständnisse im Vorab noch aufgeklärt werden konnten. Die Zuarbeit des Verkäufers beschränkte sich tatsächlich nur auf ein paar Unterschriften, die Beibringung eines Dokumentes und der Fahrzeugabmeldung.

Am 31.10.2018 konnte der Faun dann planmäßig durch unsere in Weißrussland registrierte 3-Achs-Zugmaschine mit 5-Achs-Semitrailer in Jekaterinburg übernommen werden. Der Faun selbst hat eine Länge von 10,03 m, eine Breite von 2,75 m und eine Höhe von 3,37 m und bringt ca. 20 t auf die Waage. Daraus ergaben sich folgende Transportmaße für den Lastzug: 17,50 m x 2,8 m x 4,2 m und 44 t Gesamtgewicht. Darauf basierend wurden auch die Transportgenehmigungen der beteiligten Behörden ausgestellt.

Nach der Beladung und Sicherung der Ladung am 31.10.2018, konnte die 4.000 km lange Reise nach Dresden sofort starten, da durch unsere gute Vorbereitung und Planung die russische Exportzollabfertigung bereits erledigt war.

Der Transport führte über Ufa, Toljatti, Moskau, Brest, Warschau, Lodz, Wroclaw, Görlitz bis nach Dresden, wo der Lastzug in der Nacht vom 06. zum 07.11.2018 nach einer Woche am Zollamt ankam. Auch hier waren alle Formalitäten bereits im vorab geklärt, wodurch die Importabfertigung innerhalb kürzester Zeit erledigt war.

Aufgrund der Nachtfahrgenehmigung konnte der Transport jedoch erst am 08.11.2018 um 05.00 Uhr zu seinem Endziel in Freital weiterrollen, wo er dann kurz nach 5.30 Uhr ankam. Die vorherige Vor-Ort-Besichtigung vermied unnötige Rangiermanöver und der Truck fuhr direkt rückwärts in die Zielstraße. Aus Platzgründen wurde zwischen den Beteiligten (Käufer und Spedition) vorab vereinbart, die letzten 100m auf die geplante Stellfläche per eigener Achse mit dem Faun zu fahren. Nur wollten die Batterien des Faun dessen Motor nicht starten, obwohl dieser kurze Zeit zuvor eigenständig auf den Tieflader aufgefahren war. Der gerufene LKW-Service traf gegen 07.00 Uhr ein und konnte Starthilfe leisten. Leider bewahrheitete sich an dieser Stelle ein weiteres befürchtetes Problem: der Diesel reichte nicht aus, um den Motor zu starten. Der Kraftstoffpegel im Tank war so gering, dass der Faun höchstwahrscheinlich schon beim Auffahren auf den Tieflader erste Luft ins Kraftstoffsystem gefördert hatte. Doch auch dieses Problem konnte schnell mithilfe eines Besuchs an der nächstgelegenen Tankstelle behoben werden. Somit fuhr der Faun gegen 08.00 Uhr mit eigenem Antrieb vom Trailer ab zu seiner finalen Parkposition.

Den Fahrer, für welchen der Transport reine Routine war, quälte auf den 4.000 km Fahrstrecke nur eine Frage „Warum?“. Eine rational nachvollziehbare Antwort auf diese Frage konnte ihm jedoch niemand geben. Doch jeder, der ein Hobby wirklich mit Leidenschaft verfolgt und lebt, kennt die Antwort.

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Ganz besonders freuen wir uns auch über die Reaktion unseres Kunden und sein Dankesschreiben, welches wir hier veröffentlichen dürfen:

“Sehr geehrter Herr Hofmann,

nun, da die FAUN-Zugmaschine nach fast 40-jähriger Dienstzeit in Russland ihren Weg zurück nach Deutschland gefunden hat, möchte ich nach überaus erfolgreichem Abschluss des Transportes die Gelegenheit nutzen und mich bei Ihnen bedanken!

Schon nach unserem ersten Telefonat Mitte diesen Jahres war ich davon überzeugt, dass Sie die richtige Transportfirma für die Aufgabe sein würden.

Ebenso möchte ich mich für Ihre Geduld bedanken, welche ich immer wieder aufs Neue durch Fragen und Bedenken strapazieren musste. Für eine Privatperson ist ein solches Transportvorhaben eben doch etwas Anderes als für eine Fachfirma.

Ich erinnere mich noch, dass Sie mir vor Erteilung des Auftrages freistellten die Zollformalitäten selbst abzuwickeln, gaben mir jedoch den Rat dies besser in fachkundige Hände zu geben. Ihr Rat war durchaus berechtigt und ich bin heute mehr als froh diese Formalitäten durch Sie erledigt haben zu lassen! Für eine unwissende Person, welcher die richtigen Kontaktpartner fehlen, ist dies entweder überhaupt nicht, oder nur mit erheblichem Zeit- und Geldaufwand zu realisieren.

Die Professionalität des gesamten Vorhabens zeigt sich wohl auch darin, dass die Zugmaschine ohne irgendwelche Beschädigungen sowie früher als ursprünglich geplant, angekommen ist. 

 

Mit besten Grüßen,

I.O.”

Vielen Dank für das Lob und auch für die Bereitstellung des tollen Bildmaterials!

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Über uns:

Die Firma Sachsenland Transport & Logistik GmbH Dresden ist ein bereits 1999 gegründetes mittelständisches und inhabergeführtes Unternehmen mit inzwischen über 30 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden. Unsere Niederlassungen in Dresden, Duisburg und Moskau bieten internationale Logistikdienstleistungen in der Nähe des Kunden an.

Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt dabei auf der Organisation und Abwicklung von Transporten von und nach Osteuropa, etwa nach Russland, in die Ukraine, nach Weißrussland oder nach Moldawien. Wir bedienen auch asiatische Regionen der ehemaligen Sowjetunion, wie die Satellitenstaaten Georgien, Usbekistan, Armenien und Aserbaidschan. Bei Verkehren in Westeuropa liegen unsere Stärken auf den Routen nach England, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien.

In unserem trimodalen Logistikzentrum in Dresden bieten wir den Kunden die vorübergehende Einlagerung seiner Waren an. Dabei spielt auch unser Zolllager eine gewichtige Rolle. So agieren wir als Logistikplattform für asiatische Hersteller, für die wir Waren nach der Einlagerung im regionalen Markt, aber auch im nordwestlichen Osteuropa verteilen. Und die somit ihre Waren erst bei Auslieferung verzollen müssen.

Für schwere Projektladung im Umschlag und Transport stehen in der Nähe des trimodalen Terminals zwei Drehwippkräne mit 90 t und eine Ro-Ro-Anlage mit 450 t Traglast für Einzelstückgewichte zur Verfügung. In unserer Schwerlasthalle werden aktuell  Maschinenteile mit Gewichten von bis zu 20 t umgeschlagen.